CRA-Meldepflicht: 24 Stunden, ab Kenntnis
Seit dem 11. September 2026 gilt Artikel 14 des Cyber Resilience Act — auch für Maschinen, die längst ausgeliefert sind. Welche Fristen laufen, und was Sie dafür wissen müssen.
Preview Release 2 ist da, das erste allgemeine Release für 2026 geplant. Was der offene Edge-Standard konkret ändert — und was Sie heute schon tun können.

Margo steht kurz vor seinem ersten allgemeinen Release. Für Maschinen- und Anlagenbauer heißt das im Kern: Die Wahl der Edge-Hardware und die Wahl der Verwaltungssoftware werden zu zwei getrennten Entscheidungen. Heute sind sie meist eine — und das ist der Grund, warum eine Anwendung je Gerätehersteller neu verpackt und neu getestet wird.
Margo ist eine Initiative unter dem Dach der Linux Foundation, gegründet 2024 von unter anderem ABB, Siemens, Microsoft, Schneider Electric, Rockwell Automation und Capgemini. Der Name kommt vom lateinischen Wort für „Rand”.
Margo besteht aus drei Teilen, und alle drei sind wichtig:
Der dritte Punkt ist der, der am Ende den Unterschied macht. Ein Standard ohne Prüfwerkzeug ist eine Absichtserklärung.
| Zeitpunkt | Stand |
|---|---|
| 2024 | Gründung unter der Linux Foundation |
| 13. Januar 2026 | Preview Release 1 — erster öffentlicher Zugang zur Spezifikation, dazu eine Sandbox |
| Plugfest 1 | Praxistest der Spezifikation, ausgerichtet von SUSE in dessen Nürnberger Büro |
| seit 2026 | Preview Release 2 verfügbar, mit vierteljährlichem Release-Rhythmus und Tagging der Spezifikation |
| angekündigt am 23. Juni 2026 | Plugfest 2 auf Basis von PR2, auf dem Weg zum ersten allgemeinen Release |
| geplant für 2026 | erstes General-Availability-Release |
Wichtig für die Planung: Die Spezifikation ist weiterhin als Pre-Draft gekennzeichnet. Features, die in einem Release nicht fertig werden, wandern in das nächste. Wer heute Margo in eine Roadmap schreibt, sollte es als Richtung eintragen, nicht als Liefertermin.
Der Schmerzpunkt ist alltäglich und selten dokumentiert: Unterschiedliche Edge-Hardware setzt auf unterschiedliche Deployment-Technologien — Docker, Podman, Snap. Dieselbe Anwendung muss je Zielgerät anders verpackt, anders installiert und anders verwaltet werden. Das kostet Engineering-Zeit bei jedem neuen Gerät im Portfolio, und es bindet die Auswahl der Hardware an die Software, die schon da ist.
Mit einem durchgesetzten Margo-Standard ändern sich drei Dinge:
Für die installierte Basis ist das mehr als eine Bequemlichkeit. Wer Sicherheitsupdates über einen gemischten Gerätepark ausrollen muss — und das ist seit dem 11. September 2026 mit den CRA-Meldepflichten keine Kür mehr —, zahlt jede Hersteller-Eigenheit doppelt: einmal beim Bauen, einmal bei jedem Rollout.
Ohne auf das GA-Release zu warten:
logiccloud setzt von Beginn an auf Docker und Kubernetes — also auf genau die Containertechnologien, auf denen auch Margo aufsetzt. Der Fleet Manager in logiccloud ORCHESTRATE folgt dem offenen Margo-Ansatz für die Verwaltung von Edge-Workloads. Unsere Einordnung von damals steht weiterhin in unserem Beitrag „Edge-Software einheitlich verwalten”.
Und die ehrliche Ergänzung dazu: Ein formaler Konformitätsnachweis wird erst möglich, wenn das Compliance-Test-Kit mit dem allgemeinen Release vorliegt. Bis dahin gilt für alle Beteiligten dasselbe — man richtet sich an einer Spezifikation aus, die noch in Bewegung ist. Wir sagen Ihnen, sobald wir sie geprüft bestanden haben.
Wenn Sie heute Edge-Geräte von mehr als einem Hersteller betreiben, lohnt sich die Bestandsaufnahme jetzt und nicht nach dem Release: Welche Anwendungen liegen in wie vielen Paketformaten vor, und was kostet Sie das pro Rollout?
Zeigen Sie uns Ihren Gerätepark — wir schauen uns an, was sich davon heute schon vereinheitlichen lässt.
Quellen, geprüft am 12. September 2026